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Betriebliche Altersversorgung als zweite Säule

Der Betrieblichen Altersversorgung (BAV) als zweite wichtige Säule fällt eine bedeutende Rolle zu, da sie durch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen von fünf Durchführungswegen und durch vielschichtige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vergünstigungen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen Vorteile bietet. Diese Gestaltungsmöglichkeiten und Vorteile für beide Seiten erlauben es, unternehmenspolitische und personalpolitische Zielsetzungen im Einklang mit den Wünschen und Bedürfnissen der Arbeitnehmer umzusetzen.

Die weitere Ausweitung der BAV insbesondere für den Mittelstand ist eine große sozialpolitische Herausforderung. Dieser beschäftigt die meisten Arbeitnehmer, weist aber gleichzeitig die geringste Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung aus.

Verzahnung von Arbeitgeberfinanzierung und Entgeltumwandlung
Eine zukunftsorientierte betriebliche Altersversorgung setzt voraus, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich gleichermaßen - idealerweise hälftig - an der Finanzierung der Aufwendungen beteiligen. Dabei darf der Arbeitgeber die BAV nicht ausschließlich als zusätzlichen Kostenfaktor betrachten sondern sollte sie als kalkulierbaren Teil der Personalkosten in eine moderne Vergütungs- und Sozialpolitik des Unternehmens einbinden. Die Arbeitgeberbeteiligung, in welcher Höhe auch immer, ist dabei ein wichtiger Faktor für die Bereitschaft auch der Arbeitnehmer, ihren Beitrag zur Altersversorgung im Rahmen einer Entgeltumwandlungsvereinbarung zu leisten.

Qualifizierte Beratung erforderlich
Durch eine qualifizierte Beratung bei der Einführung oder Änderung betrieblicher Versorgungsmaßnahmen können innovative und zielorientierte Lösungen für das Unternehmen erreicht, folgenschwere Probleme vermieden und gleichzeitig personalpolitisch die Weichen gestellt werden, um der absehbaren Verknappung qualifizierter Fach- und Führungskräfte im Rahmen des demografischen Wandels entgegen zu wirken. Die betriebliche Altersversorgung ist heute unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsorientierten Personal- und Vergütungspolitik.

Wer in die Zukunft und in seine Mitarbeiter investiert, ist auf Dauer klar im Vorteil. Bei richtiger Gestaltung profitieren Unternehmen gleich in mehrfacher Hinsicht.

Die betriebliche Altersversorgung

  • ist Teil einer modernen Vergütungs- und Sozialpolitik
  • ist Ausdruck von sozialem Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge gegenüber den Mitarbeitern
  • steigert das Unternehmensimage (intern wie extern)
  • verbessert die Mitarbeiterbindung an den Betrieb
  • hilft, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen
  • hat eine hohe Akzeptanz bei Mitarbeitern durch Abgabenfreiheit (Steuern und Sozialversicherung) in der Anwartschaftsphase sowie gruppenvertragliche Leistungsvorteile gegenüber privaten Altersvorsorgeverträgen

Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung haben Arbeitnehmer das gesetzlich verbriefte Recht, Teile des vereinbarten Arbeitsentgelts anstelle des bisherigen Barlohns in eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln. Dies bietet viele Vorteile, die unbedingt genutzt werden sollten.

Vorteile für Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung

  • Umgewandelte Teile des Arbeitsentgelts werden ohne Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in die betriebliche Altersversorgung eingebracht
  • Die Versteuerung und Verbeitragung zur Sozialversicherung erfolgt erst im Rentenalter (mit i. d. R. geringerer ggf. sogar ohne Steuerbelastung und Belastung lediglich mit Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträgen)
  • Gruppenversicherungsverträge erhöhen durch verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis die Versorgungsleistungen gegenüber privaten Vorsorgemaßnahmen
  • Geringer Nettoaufwand; hohe Leistung
  • Fortführungsmöglichkeit der Versorgung bei Arbeitgeberwechsel

Vergleicht man die Aufwendungen des Arbeitgebers einerseits sowie die Netto-Auszahlung des Arbeitnehmers beim Barlohn und bei der betrieblichen Altersversorgung andererseits, ergeben sich in einer vereinfachten Betrachtung folgende zahlenmäßige Auswirkungen.

Barlohn

Für monatlich 200 Euro Gehalt betragen die Aufwendungen eines Arbeitgebers inklusive der Lohnzusatzkosten im Regelfall rund 400 Euro brutto, also etwa das Doppelte. Beim Arbeitnehmer hingegen kommen nach Steuern und Sozialabgaben lediglich rund 100 Euro netto an, das heißt, gerade einmal 25 % des Gesamtaufwandes seines Arbeitgebers.

Beispielrechnung

Für eine betriebliche Altersversorgung von 200 Euro monatlich ( Nettoverzicht bei St.Kl. I von ca. 100 € ) erhält ein 30-jähriger Arbeitnehmer ab dem 67. Lebensjahr je nach Anbieter bis zu 612 Euro monatliche lebenslange Altersrente (inklusive Überschussanteilen).

Wird der gleiche Betrag von 200 Euro monatlich für die betriebliche Altersversorgung aufgewendet, fallen für den Arbeitgeber i. d. R. keine weiteren Lohnzusatzkosten an. Das bedeutet, sein tatsächlicher Aufwand beträgt nur halb so viel wie bei der Gehaltszahlung. Der Arbeitnehmer profitiert ebenfalls davon: Der aufgewendete Betrag von 200 Euro fließt ungemindert, also zu 100 %, in seine betriebliche Altersversorgung ein.

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